Grundimpfung

Wenn Katzenbabys gesund und frei von Parasiten sind, dürfen sie geimpft werden. Es ist wichtig, dass Katzenbabys als Jungtier geimpft werden, denn gerade in diesem jungen Alter sind sie anfällig für Infektionskrankheiten. Einige Infekte, an denen erwachsene Tiere nur leicht erkranken, gehen für Katzenbabys nicht selten tödlich aus. Deshalb sind bestimmte Grundimpfungen für alle Katzenbabys empfohlen. Dazu gehören die Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche. Für Katzen mit Freigang ist es zusätzlich überlegenswert, eine Tollwutimpfung zu verabreichen. Tollwut ist nicht heilbar und endet in fast allen Fällen tödlich für das erkrankte Tier bzw. für den erkrankten Menschen. Falls Sie mit Ihrer Katze verreisen oder umziehen und dabei Landesgrenzen überqueren, so ist ein gültiger Tollwutschutz gesetzlich vorgeschrieben. Ansonsten müssen Sie abwägen, ob ein Tollwutschutz für Ihre Katze notwendig ist: Die Fuchstollwut gilt in Deutschland als ausgerottet, es treten nur noch seltene Formen der Tollwut (wie die Fledermaustollwut) auf. Wenn hierzulande Tollwutfälle vorkommen, so geschieht das meist wegen zugewanderter, infizierter Wildtiere oder importierter Haustiere. Je nach Ihrem Wohngebiet kann das Infektionsrisiko für Ihre Katze sehr gering sein, im Zweifelsfall lassen Sie sich von dem Tierarzt Ihres Vertrauens dazu beraten.

Im Gegensatz zur Tollwutimpfung ist die Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen unbedingt empfehlenswert, auch für reine Wohnungskatzen. Die Krankheitserreger könnten über Menschen und Gegenstände in die Wohnung gelangen und dort die Katze infizieren. Die Katzenseuche wird durch das feline Parvovirus ausgelöst. Vielleicht kennen Sie die Katzenseuche auch als Katzenpest, Katzenstaupe, Panleukopenie oder Parvovirose. Katzenbabys unter einem halben Jahr sind durch diese Krankheit besonders gefährdet. Katzenschnupfen wird unter anderem durch ein Herpesvirus (das feline Rhinotracheitisvirus) und das Calicivirus hervorgerufen. Außerdem gibt es mehrere bakterielle Erreger des Katzenschnupfens, gegen die es aber keinen zuverlässigen Impfschutz gibt. Bei der Impfung gegen Katzenschnupfen handelt es sich um eine Doppelimpfung gegen Herpes- und Calicivirus. Wenn man von den Grundimpfungen für Katzenbabys spricht, meint man in der Regel die Dreier-Kombination gegen Herpesvirus (Rhinotracheitisvirus), Calicivirus und Parvovirus, also die sogenannte “RCP”-Impfung. Diese Grundimpfung können Katzenbabys ab der 8. Lebenswoche erhalten, danach folgt eine Booster-Impfung vier Wochen später. Den Termin dürfen Sie nicht verpassen, denn der Impfschutz baut sich sonst nicht richtig auf. Die nächste Impfung wird meist nach einem Jahr angesetzt und schließt die Grundimmunisierung ab. Danach stehen die Auffrischungsimpfungen in längeren Zeitintervallen an, je nach Impfstoff und Herstellerangaben alle zwei bis drei Jahre. Die gängige Impfpraxis war lange Zeit, alle Impfungen jährlich zu wiederholen. Viele Tierärzte und Tierbesitzer hinterfragen den Nutzen dieser häufigen Impfungen inzwischen, da der Antikörpertiter geimpfter Tiere über einen längeren Zeitraum als ein Jahr stabil bleibt. Leider sind Impfungen für Katzen auch nicht ganz ungefährlich: Neben Allergien und ungewünschten Impfreaktionen können Katzen an der Injektionsstelle bösartige Tumor entwickeln. Es ist daher sinnvoll, die Zahl der Wiederholungsimpfungen in Absprache mit dem Tierarzt auf ein Minimum zu beschränken. Neben den erprobten Grundimpfungen gibt es weitere Impfstoffe, die für Katzen zugelassen sind. Ihre Wirksamkeit und ihr Nutzen ist unterschiedlich, die FIP-Impfung (Feline Infektiöse Peritonitis) ist beispielsweise stark umstritten. Eine Impfung gegen Katzenleukämie (ausgelöst durch das Feline Leukosevirus FeLV) kann für Freigänger sinnvoll sein. Dabei ist es wichtig, die Katze vorher zu testen, ob sie möglicherweise bereits infiziert ist. Fällt der Nachweistest positiv aus, nützt die Impfung nichts mehr. Ganz im Gegenteil, die Impfung könnte sogar den Ausbruch der Krankheit triggern.